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Bericht zur Berliner Einzelmeisterschaft der B-Schüler 2019


Am 04. und 05. Mai 2019 fanden die Berliner Einzelmeisterschaften der B-Schüler statt. Vom ASV waren nur drei Kinder im Rennen: Lara bei den Mädchen, Marius und Sascha bei den Jungs. Wir gingen ohne große Erwartungen oder Ambitionen in das Turnier. Es galt lediglich die Devise, erste Turniererfahrungen zu sammeln, vielleicht den einen oder anderen Gegner zu ärgern und sich auf den Saisonhöhepunkt am kommenden Wochenende, die Minimeisterschaften und die C-Schüler-Meisterschaften, vorzubereiten. Umso erstaunlicher und erfreulicher waren die Ergebnisse.

Sascha:

Erst seit etwa einem Monat in der Trainingsgruppe, dazu noch frisch aus den Ferien, konnte er unbeschwert, ohne jeden Erwartungsdruck in die Spiele gehen. An vier in der Gruppe gesetzt, gelang es ihm, der Nummer 1 einen Satz abzunehmen, die Nummer 2 bis in den fünften Satz zu zwingen und die Nummer 3 sogar glatt in drei Sätzen zu schlagen. Somit verpasste er nur um Noppenbreite die KO-Runde. Vom Ergebnis her also mehr als zufriedenstellend. Spielerisch hingegen war die fehlende Erfahrung noch deutlich zu erkennen: im Aufschlag-Rückschlag-Spiel, in der Spielübersicht und natürlich in der Sicherheit (aktiv wie auch passiv). Die neu geschnupperte Turnierluft sollte Sascha aber Auftrieb für das Training und die nächsten Wettkämpfe geben.

Marius:

Er war in seiner Gruppe an drei gesetzt, somit wollten wir zumindest einen Sieg holen. Es gelang aber nicht nur dieser; Marius marschierte verlustsatzfrei zum Gruppensieg. Wir konnten es kaum glauben. Spielerisch blieb Marius zwar hinter seinen Möglichkeiten zurück – so verzichtete er z.B. weitgehend auf den RH-Topspin, verteilte die Bälle weniger bewusst als gewünscht und variierte auch kaum den Spielrhythmus –, dennoch brachte er die Gegner mit seiner unorthodoxen, ausreichend sicheren Spielweise schier zur Verzweiflung, was hängende Schultern, Kopfschütteln und andere hilflose Gesten nebst Tränen bezeugten. Marius hingegen blieb äußerlich ruhig und konzentriert.

In der ersten KO-Runde erwartete ihn jener Gegner, gegen den Sascha in der Gruppe nach einer 2:1 Führung noch verloren hat. Es bot sich das erhofft, ja fast schon erwartet gleiche Bild wie in den Gruppenspielen: Marius schubste die Bälle unangenehm und relativ sicher auf die andere Seite, endlich auch mit verbesserter VH, und erspielte sich ein klares 3:0.

In der zweiten KO-Runde wartete dann mit Devin Firat ein Gegner, der etwa 130 Punkte mehr als Marius hat, in der zweiten Liga fast ungeschlagen ist und wahrscheinlich in den nächsten Jahren die Nachwuchswettbewerbe seines Jahrgangs mit dominieren wird. Im Vortagsdoppel hat er Marius und Sascha noch geradezu vorgeführt. Dennoch hofften wir auf ein umkämpftes Einzel. Und das bekamen wir auch geboten. Es entwickelte sich für Marius zum besten Spiel des Turniers. Höchst konzentriert und mit wachem Auge schickte er den Gegner von links nach rechts, holte ihn ans Netz, um ihn daraufhin wieder nach hinten zu drängen, fischte viele Topspins mit Unterschnittblocks und variierte oft das Tempo. Am Ende erkämpfte er sich einen hochverdienten 3:1 Sieg. Damit war das Achtelfinale erreicht. Eine kleine Sensation.

Dabei sollte es dann aber auch bleiben. Im nächsten Spiel stand ihm nämlich einer der drei 2008er Jahrgangsbesten, Jiahe Tong, gegenüber. Zwar konnte Marius den ersten Satz trotz zweier Fehlaufschläge offen gestalten und den zweiten sogar gewinnen, danach fand er aber keine Mittel mehr gegen das aggressive Topspinspiel seines Gegners, es schlug nur so ein auf seiner Tischhälfte.

Am Ende können wir jedoch hochzufrieden sein. Mit einem solchen Ergebnis hätte niemand gerechnet. Und nebenbei hat Marius auch sein Punktekonto erheblich aufgebessert, so dass er schon unserer bislang ungefährdeten Nummer 1, Alex, im Nacken sitzt. Herzlichen Glückwunsch, Marius! Nimm diesen Erfolg als Ansporn, weiter hart zu arbeiten und beim nächsten Mal noch mehr zu erreichen.

Lara:

Das Feld bei den Mädchen war wieder einmal rar bestellt; gerade einmal 9 Spielerinnen fanden sich ein. Mehr als traurig für eine Berliner Meisterschaft. Trotz der geringen Anzahl hatten wir keine großen Erwartungen, immerhin war es für Lara das erste Turnier. In der Gruppe an Nummer vier gesetzt, hagelte es auch gleich zu Beginn gegen Hannah Stolyar, die spätere Berliner Meisterin, ein 0:3. Danach ging es gegen die Nummer 3 und Lara startete mit einem furioses 11:0. Auch die anderen beiden Sätze gewann sie hoch. Große Freude und Erleichterung über den ersten Sieg! Jetzt wollten wir mehr. Gegen die Nummer 2 zeigte Lara ebenfalls eine konzentrierte, energische Leistung – 3:0 und damit Gruppenzweite! Wie schon im Spiel davor zermürbte sie die Gegnerin mit dem ersten, spätestens mit dem zweiten RH-Ball, der von hoher Qualität war und der die während des gesamten Turnierverlaufs leider recht schwache VH vergessen ließ.

Schon im ersten KO-Spiel ging es um den Einzug ins Halbfinale und also um eine Medaille. Das Spiel war diesmal etwas offener, einerseits, weil die Gegnerin beidseitig gute Angriffspunkte erzielen konnte, andererseits, weil Lara ein ums andere Mal mit der VH schwächelte. Letztlich setzte sich Lara aber aufgrund ihrer RH-Stärke und aufgrund der fehlenden Sicherheit ihrer Gegnerin mit 3:1 durch. Damit war Bronze sicher. Ein toller Erfolg, mit dem wir nicht gerechnet haben.

Alles Weitere wäre nun nur noch eine Zugabe. Trotzdem schmerzte die folgende Niederlage, denn der Finaleinzug lag tatsächlich zum Greifen nahe. Nach dem 1:1 konnte Lara eine 9:6 Führung nicht ins Ziel retten. Dafür gelang ihr im nächsten Satz nach einem 0:4 Rückstand die Wende und der Satzgewinn. Im Entscheidungssatz lief es dann leider gar nicht mehr. Aber wir wollen nicht klagen: Bronze im Einzel, wer hätte das gedacht?!

Und ein ganz besonderes Lob gab es noch dazu: Jens Ruland, der ehemalige Landestrainer und jetzige Assistenztrainer beim DTTB, prophezeite Lara, unablässiges Training vorausgesetzt, eine große Zukunft im Berliner Mädchen-Tischtennis. Solche Worte gehen runter wie Öl und sie schmieren den Motor unserer Arbeit. Die Maschine läuft und der Weg ist geebnet!

(Nachtrag: Im Mixed verloren Lara und Marius unglücklich ihr erstes Spiel und verpassten damit das Halbfinale. Im Mädchen-Doppel verlor Lara an der Seite von Karla Kolb (STTK) ebenfalls das erste Spiel, bekam aber wegen der geringen Teilnehmerzahl trotzdem Bronze. Im Jungen-Doppel überstanden Marius und Sascha die erste Runde.)

Wir gratulieren den Berliner Meistern: Jiahu Tong, Hannah Stolya, Jiahu Tong & Jiahe Tong, Hannah Stolyar & Antonia Hertin, Jiahu Tong & Hannah Stolja.

Abschließend noch ein Dankeschön an Ines, die gute Seele der Störenfriede, die am zweiten Turniertag kräftigen Applaus von der Tribüne spendete und beim Coachen half. Schön war auch, dass Alex trotz Krücken an beiden Tagen die ganze Zeit zuschaute. Tony gesellte sich am ersten Tag dazu. Der Zusammenhalt ist da.

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