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GOLD & SILBER bei der Berliner Mini-Meisterschaft

Am 11.05.2019 war der erste Saisonhöhepunkt für unseren Nachwuchs: das Landesfinale der Mini-Meisterschaften. Um sich als Repräsentant Berlins für das Bundesfinale zu qualifizieren, musste man das mit etwa zwanzig Jungs und sechs Mädchen besetzte Turnier jeweils in der Altersklasse der bis 10-Jährigen gewinnen. Zusätzlich wurde der Mini-Meister der 11/12-Jährigen ausgespielt. Für diese Altersklasse gibt es jedoch keinen Bundesentscheid.

Alex war unser heißester Anwärter auf den Titel in der AK10. Mit ihm trainieren wir seit über einem Jahr auf dieses Turnier hin und die Vorbereitung lief auch glänzend. Tragischer Weise verletzte er sich unmittelbar vor dem Turnier, so dass er zwei Wochen auf Krücken gehen musste. Zum Glück konnte er dennoch starten. Außerdem schickten wir Marius, zuletzt in bestechender Form, und Laurenz ins Rennen. Bei den Mädchen startete Sinja in der AK10 und Lara in der AK12. Für Sinja und Laurenz waren es die ersten Wettkämpfe überhaupt.

Sinja musste mit fünf weiteren Mädchen im Modus Jede-gegen-Jede um den Titel kämpfen. Um es kurz zu machen: In vier Spielen waren ihre Gegnerinnen, allesamt reine Anfängerinnen, chancenlos; in einem Spiel hingegen, im entscheidenden, war Sinja chancenlos. Silber! Darüber können wir angesichts der Überlegenheit der Siegerin keineswegs grollen. Während Sinja in den gewonnenen Spielen vor allem von unserem regelmäßigen Aufschlagtraining profitierte oder mit dem ersten RH-Ball punktete, hätte sie gegen die Siegerin viel sicherer spielen, besser platzieren und auch blocken müssen, um eine Chance zu haben. Das war schon eine Lehrstunde und wir müssen daraus unsere Rückschlüsse fürs Training ziehen. Trotzdem ist es ein schöner Erfolg und Sinja konnte erste Spielerfahrungen sammeln.

Laurenz konnte frei aufspielen, ohne jeden Erwartungsdruck. Leider gelang ihm nur ein einziger Satzgewinn, was dann doch etwas enttäuschend war, wenn man bedenkt, dass er wahrscheinlich deutlich mehr trainiert hat als die meisten Gegner. Zumindest wurden die Ballwechsel von Spiel zu Spiel etwas länger, aber Siegchancen hatte er, offen gestanden, auch gegen die jüngsten Gegner nicht.

In der AK12 der Mädchen erhielt Lara den Siegerpokal aufgrund ihrer bloßen Anwesenheit. Es fand sich kein anderes Mädchen ein. Damit sie dennoch spielen konnte, reihte man sie in das Feld der gleichaltrigen Jungs ein und diese staunten nicht schlecht, als Lara nicht nur den Gruppensieg, sondern auch den Gesamtsieg davontrug und damit einen zweiten Pokal einheimste. So etwas gab es noch nicht. Dabei sah es am Anfang gar nicht danach aus. Im ersten Gruppenspiel war Lara bereits am Rande einer Niederlage, lag 1:2 zurück, kam selten mit ihrem ersten oder zweiten RH-Ball durch und konnte auch wieder nicht auf ihre VH oder den Block vertrauen. Letztlich erkämpfte sie sich im fünften Satz einen 11:9 Sieg und marschierte danach ohne Niederlage ins Finale durch. Im Halbfinale mussten wir noch einmal zittern, da sich der Gegner mittels eigentlich regelwidriger Handaufschläge, die hier aber nicht geahndet wurden, und durch einige Netz- und Kantenbälle zwei Sätze ergaunerte, bevor Lara sich daran gewöhnen und den Spieß umdrehen konnte. Im Finale war dann selbst der aus der Vorrunde gefürchtete Gegner chancenlos. Wieder ein toller Erfolg! Jetzt musste sie wiederholt Nervenstärke beweisen und z.T. spielerisch mehr investieren, keine einfache Aufgabe gegen zwar technisch unausgebildete, aber unbequeme „Halbstarke“.

Auf Marius und insbesondere auf Alex lastete in der Hauptkonkurrenz erstmals ein gewisser Druck. Diesem hielten sie zunächst beide stand. Ohne Satzverlust, mitunter aber etwas nachlässig und bewegungsfaul, spielten sie sich ins Finale. Der erste und zweite Platz war damit sicher. Große Erleichterung! Jetzt war nur noch die Frage, wer sich im Duell der Mannschaftskollegen und Doppelpartner durchsetzen würde: der alte oder der aufstrebende Stern der Gruppe. Was folgte, war eine faustdicke Überraschung und der Beweis, dass man die besseren Aufschläge, die bessere Spielübersicht, den besseren Angriff haben und trotzdem 0:3 verlieren kann. Somit hielt Marius den Siegerpokal in Händen. Mit seiner ruhigen und sicheren Spielweise hat er Alex aus dem Konzept gebracht und ihn zu vielen überhasteten Aktionen verleitet. Das war ein in dieser Form nicht zu erwartender, letztlich aber verdienter Sieg. Herzlich Glückwunsch!

Für Alex, der bislang kein einziges Spiel verloren hat, weder im Mannschaftwettbewerb noch vor dem Finale gegen Marius, ist das natürlich eine bittere Niederlage: ausgerechnet im wichtigsten Spiel seiner jungen Karriere. Aber auch damit muss man umzugehen lernen als Sportler. Vielleicht setzt das auch neue Energien frei. Für die Trainingsgruppe und für die Mannschaft ist es jedenfalls von Vorteil, wenn die Kinder spielerisch auf Augenhöhe sind. Keiner kann abheben oder sich ausruhen.

Jetzt bleiben uns noch drei Wochen, um Marius intensiv auf das Bundesfinale vorzubereiten. Schließlich soll er bei diesem Großereignis ein würdiger Vertreter Berlins sein.

(Nachtrag: Im Finale ist Alex wieder sehr schmerzhaft umgeknickt. Betroffen ist dieselbe Stelle, die ihm die Krücken beschert hat. Zunächst erschien die Verletzung sehr schlimm (er spielte daher auch nicht die C-BEM mit), im Augenblick scheint es eher Entwarnung zu geben. Hoffen wir das Beste!)

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