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Vereinsmeisterschaft 2010

Am Jahresende, wenn die Hinrunde des Ligawettbewerbs ausklingt und sich durch die Winterpause psycho-physische Entspannung vom turbulenten Mannschaftsbetrieb anbahnt, steuert man beim ASV erst noch auf einen der saisonalen Höhepunkte zu. Wie immer steht die Vorweihnachtszeit ganz im Zeichen der Vereinsmeisterschaft. Und das hieß für alle Beteiligten auch diesmal: verbleibende Kraftreserven mobilisieren und sich für den Ernstfall der im Training bereits vielfach erprobten Duelle motivieren.
Traditionell wurde an einem Dienstag im Dezember mit der Doppelkonkurrenz begonnen. Carsten Reichelt / Udo Schänzer starteten dabei als klare Favoriten, wobei zu vermuten stand, dass für sie eigentlich nur von ihren Mannschaftskollegen Frank-Peter Rolf / Rainer Lustig – besser bekannt als »Der Lange« und »Heftig« – eine gewisse Gefährdung des Siegs auszugehen vermochte. Bereits in der Vorrundengruppe kam es zum direkten Vergleich. Tatsächlich blieben Carsten / Udo ungefährdet und zogen darüber hinaus ungeschlagen ins Halbfinale ein. »Der Lange« und »Heftig« hingegen, indem sie überraschenderweise auch noch gegen Tobias Fiege / Thomas Reichelt unterlagen, mussten diesen den zweiten Platz zur Weiterqualifizierung überlassen und verpassten damit sogar einen Medallienrang.

Bilder: Paule & Saverio

In der zweiten Gruppe belegten Martin Weber / Bernd Krause (»Krauti«) den ersten und Wolfgang Roth / Matthias Wrusch den zweiten Platz. Sodass sich im Halbfinale Reichelt, C. / Schänzer und Roth / Wrusch sowie Fiege / Reichelt, T. und Weber / »Krauti« begegneten. Nach relativ deutlichen Entscheidungen bestritten Reichelt, C. / Schänzer das Finale gegen Fiege / Reichelt, T. In der Neuauflage dieses bereits in der Gruppe ausgetragenen Duells mit «Bruderkampf»anteil, konnte sich das Doppel aus der 3. Mannschaft gegen dasjenige der 1. zwar respektabel halten, wenngleich nie in die Nähe des Siegs gelangen. Carsten / Udo entschieden mit 3:0 das Endspiel für sich und verteidigten so ihren Titel. – Das leider einzige Damendoppel an diesem Abend bildeten Marion Wrusch / Barbara Böttcher, die freilich das Spiel gegen die Herren, wenn auch ohne durchschlagenden Erfolg, aufnahmen, an sich aber konkurrenzlos blieben.

Am Donnerstag derselben Woche wurde zum Mixedwettbewerb geladen. Auch hier gab es mit Marion und Matthias Wrusch ein klares Favoritenduo; die größte Herausforderung durfte man im Vorhinein wohl von Maria Smyshliaeva / Christian Herz erwarten. Während die Wruschs, souveräner noch als im Vorjahr, den Sieg davon trugen, taumelten Maria und Christian jedoch und kamen unter an jenem Abend insgesamt acht sich messenden Paaren über Platz 5 nicht hinaus. – Einen glänzenden zweiten Platz erreichten Andrea Khamseh / Tobias Fiege, die beim ASV als Vereinsmeisterschaftsneulinge ins Feld gingen und sich lediglich Marion / Matthias (mit 1:3) geschlagen geben mussten. Susan Laaser / Christoph Galle erzielten einen soliden dritten Platz, vor Karin Schünemann / Kai Tan Nguy, die mit Platz 4 für die Überraschung des Tages sorgten.

Schließlich fand am Samstag die Einzelkonkurrenz statt. Rund fünfundzwanzig teilnehmende Herren spielten vorab in vier Gruppen, in denen die jeweils Erst- und Zweitplazierten weiterkommen sollten, um dann, in einer von zwei neuen Gruppen à vier Spieler, den Einzug ins Halbfinale auszutragen. Zunächst setzten sich, bis auf eine Ausnahme, erwartungsgemäß die Akteure der höheren Mannschaften gegenüber den niedrigerklassigen durch. Nur Stephan Budach aus der fünften Mannschaft verblüffte mit Siegen gegen «Heftig» und gegen Thomas Kolb und konnte somit die Vorrunde überstehen. Thomas dagegen musste, kalt erwischt, schon nach der Vorgruppe die Segel streichen.
In der ersten Zwischengruppe trafen folgende Qualifizierte aufeinander: Patrick Baack, Christian Herz, Ahmad Dabdoub und Stephan Budach. Patrick, der sich schon bis dahin bestens aufgelegt präsentiert hatte, setzte auch jetzt seinen Siegeszug fort und zog als Gruppenerster ins Halbfinale ein. Zweiter wurde, etwas überraschend, Ahmad nach einem Fünfsatzsieg gegen Christian, den er so aus dem Turnier warf. Stephan Budach sorgte noch einmal für Aufsehen, da allein er es an jenem Tag schaffte, Patrick in den Entscheidungssatz zu zwingen; jedoch schwanden ihm hernach seine Kräfte zusehends und er musste mit Niederlagen ausscheiden.

Die zweite Gruppe konstellierte sich mit Frank Bäumer, «Heftig», Matthias Wrusch und Tobias Fiege als die etwas schwierigere und es wurde in der Tat brisant: Da erst «Heftig» gegen Frank gewann, dieser aber gegen Tobias siegreich war, der seinerseits «Heftig» bezwingen konnte und alle drei Matthias ausschalteten, standen drei Spieler mit je 2:1 Siegen gleich. Also musste das Satzverhältnis über das Weiterkommen entscheiden. Frank und «Heftig» wiesen dabei eine knapp bessere Bilanz gegenüber Tobias auf, der infolgedessen unglücklicherweise eine Platzierung unter den letzten Vier verpasste.
Im Halbfinale hatte dann Frank Bäumer gegen Ahmad Dabdoub leichtes Spiel, während Patrick Baack sich recht klar gegen «Heftig» durchsetzte. Das Finale ging schließlich mit 3:1 an Patrick, dessen Dominanz auch Frank zu erschüttern außerstande war. Patrick traf ganztägig konstant ins Schwarze und hatte in den wenigen heiklen Situationen hinreichend Fortune. Seine hervorragende Gesamtleistung wurde mit dem Titel belohnt. Gratulation!

Die lediglich vier anwesenden Damen traten erst gemeinsam mit den Herren an, waren aber, im Unterschied zum vergangenen Jahr, wenig erfolgreich und schieden früh aus. Daher ermittelten sie noch spontan im Jeder-gegen-Jeden-Modus die Meisterin. Wenn auch in Abwesenheit von Maria, siegte Anna Maria Toczyska, nach bereits zwei Titeln in den abgelaufenen Jahren, zum dritten Mal in Folge. Andrea Khamseh belegte Platz 2, vor Marion Wrusch und Karin Schünemann.

Nachdem man sich einen Tag lang gegenseitig seiner Ballkunst versichert bzw. verunsichert hatte, wurden die Sieger anschließend bei der Weihnachtsfeier geehrt und die sportlichen Mühen mit einem geselligen Mahl belohnt und kräftig begossen. – Je später der Abend, umso mehr begannen sich die Ereignisse des Tags bereits jetzt in mythische Gestalt zu gießen und es wurde über (alte und neue) Meister fabuliert…

Eine Nachlese von Tobias Fiege

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