1.Herren ASV Berlin - Saison 2015/2016

Unsere Erste bei Lb47

Es war das erste von drei Spielen unserer Jungs und das wichtigste, das 1.000-Punkte Spiel gegen die auf dem unteren Nachbartabellenplatz rangierenden Sportskameraden von Lichtenberg 47, auswärts. Und es hielt, soviel sei verraten, alles, was solch ein „Abstiegskrimi“ versprach…

Der Autor kann zu den Eingangsdoppeln leider nicht viel Statistisches oder Erzählerisches beitragen, da er erst zu ersten Einzelrunde eintrudelte. Er wurde bereits am heimischen Bahnhof vom Regenguss nebst Gewitter überrascht und auch am Springpfuhl blieb das Wetter grau und trüb, wie der Autor in selektiver Wahrnehmung irgendwie in 70% seiner gesamten Karriere bei Fahrten zu den Gastgebern erlebte. Nomen est omen, etwa schlechte Vorzeichen?

Bereits das erste Einzel hatte es in sich: Darius, der bereits Bekanntschaft in der Hinrunde mit seinem Gegenüber geschlossen hatte, lieferte den ersten Krimi, bei dem er in den Sätzen 2 und 3 mit schnörkellosem Eröffnen-Nachballern und seinen gefürchteten, bei explosionsartiger Bewegung, Tischnahe- und Halbdistanz-Gegengranaten seinen Gegenüber vorführen konnte. In den Sätzen 4 und 5 wendete sich leider das Spiel, zum einen, weil der Gegner stärker aufspielte, aber auch weil doch etwas Pech hinzukam. Zudem wendete der Gegner, das muss der Autor trotz seiner Neutralitätsverpflichtung, da es den Rahmen nach Auffassung des Autors deutlich sprengte, leider erwähnen, sämtliche Bandbreite der sogenannten Trickkiste an 🙁 .

Carsten, unser kybernetischer Robocop, lieferte sich am Nachbartisch trotz seiner schwereren Verletzung ein knappes Duell, was zu einer wahren Aufschlagschlacht 🙂 ausuferte und auch super Ballwechsel bot, in der Carsten mit kontinuierlichem platzierten Blockspiel auf das konstante Angriffsspiel seines Gegners viele solche offen halten konnte.

Mittlerweile lief die Stimmung in der Halle immer weiter an. Die Gastgeber hatten natürlich alles mobilisiert und feuerten ihre Mannschaft aufopferungsvoll, aber stets fair, sehr lautstark an, gar mit Klatschpappen, die der Autor zunächst fälschlich in der Hand des gegnerischen Head-Coaches als Fächer interpretiert hatte, weit gefehlt… Wir versuchten natürlich im Rahmen unserer Möglichkeiten dagegenzuhalten und so entspann sich neben dem ohnehin sportlich dramatischen Verlauf für alle Zuschauer eine tolle, sportswürdige Atmosphäre.

Es folgte die Mitte: Jan bekam es mit Ex-ASVler Thorsten zu tun und die ersten beiden Sätze waren Spitz-auf-Knopf, die Jan in gewohnter ice-man-Manier und einem Quäntchen für sich entscheiden konnte. Diese Sätze sorgten dann für den nötigen Rückhalt, sodass der Dritte dann auch gewonnen werden konnte. Für Baacki war in der anderen Partie gegen einen stark beidseitig hart spinreich angreifenden Gegner leider nüscht zu holen.

Zwischenstand aus ASV-Sicht: 3:4

Udo, DER Schänzer, The L…, aber ich greife vor… konnte nicht viel ausrichten. Wirklich zu stark das beidseitige knochenharte Angriffsspiel des Gegners, insbesondere über eine ansatzlos, mit einer der kürzesten Bewegungen, die der Autor je gesehen hat, geschwindigkeits- und spinreichen Rückhand.

Andi legte dann seine „Gesellenprüfung“ in Einzel ab, indem er in zwei Sätzen jeweils zurückliegend, taktisch clever und Nervenstark die Verlängerung erspielte und dann auch sowie Satz drei gewann.

Carsten konnte seinen gut aufspielenden Gegner leider nicht ähnlich wie im ersten Einzel paroli bieten, ebenso wie unser Präsi, Genosse Generalsekretär, Großer Vorsitzender und absoluter Monarch Baacki. Als dann auch noch Darius in einem hochklassigen, ansehnlichen Match, im Übrigen sah der Autor auf beiden Seiten in fast allen Begenungen unfassbar packende und tolle Ballwechsel, wie er sie aus seiner Füchse-Zuschauerrolle mindestens aus der Verbandsoberliga kannte und das ist ungelogen und nicht überdramatisiert!, knapp unterlag und es dann 4:8 stand, wurde auf der ASV-Bank es langsam unruhig.

Jan, der nun wirklich alles bot, was sein technisch-feines Noppenspiel zu bieten hat, konnte sein Gegenüber relativ sicher bezwingen. Der Autor ist des Noppenspiels vielleicht nicht fähig aber kundig. Kurz Abstechen, Abwehr, Druckschupf, insbesondere das Jansche Ankontern, was bei Schwammbelägen in gleicher Technik eher Ballonabwehr produzieren würde 🙂 , alles da. Dann auch noch ein Schlag, auch starke Toppis das ganze Setzen über den Tisch ausnutzend, auch noch flach und relativ schnell zurückzubringen… Der Autor bittet beim nächsten Training um Unterweisung 🙂 .

Es folgten, aus Sicht des Autors, die zwei Hammerspiele des Abends. Der Autor muss sich im Voraus entschuldigen, sie wiederzugeben, fällt schwer und kann nur unangemessen sein…

Der Gegner von Andi, der DEN Schänzer so, doch, zusammengetrümmert hatte, startete in den ähnlichen zwei Sätzen ähnlich, es sah aus Sicht der Zuschauer gar nicht gut aus. Aber Andi variierte trotz der Nervenbürde zweier verlohrener Sätze in Manier eines Altmeisters deutlich sein Spiel, platzierte variabler, erhöhte sowohl im Angriff als auch im passiven Spiel die Gefährlichkeit seiner Noppe, die den Gegner in Satz 1-2 wenig beeindruckt hatte und brachte ein ums andere Mal die sauharten Bälle seines Gegenübers sowohl passiv-platziert als auch aktiv zurück, erzwang somit längere Ballwechsel und erhöhte so indirekt die Fehlerquote seines Gegners beträchtlich und drehte somit DAS DING! Großartig! Bärenstark!

Dann Udo… DER Udo… Udo verlohr die ersten beide Sätze knapp, auch hier Gegner topbespinnt auf beiden Seiten, aus der Halbdistanz, schnell zu Fuß, trotz seiner Schänzer-Blocks-Konterverteilungsspiels mit Abschluss, lag auch schon in Satz drei leicht zurück, steckte aber nie auf, gewann selbigen und auch Satz vier. Satz Fünf… Mir fehlen die Worte, ich bitte um Ergänzung. Zählerisch lag Udo immer, ich wiederhole IMMER, zurück, Ausgleiche zu vernachlässigen, 8:10, Auszeit, wenn ich recht entsinne gegnerischer Aufschlag… Und DIE Legende, DAS Udo, Der Schänzer, DAS Tier setzte Rückschlag jeweils gut ging nach bzw. parierte platziert und gewann dann auch die Verlängerung… Udo, ich will ein Kind von dir 🙂 !

Kleine Anekdote mit Riesensituationskomik: Nach seinem Furiosum wollte Udo etwas aus dem Auto holen und verließ trainingsbeanzugt mit Tasche noch vor Schlussdoppel die Halle. Präsi, knochentrocken, wie einen Ersatzspieler verabschiedend, der verlohren und mit dessen Sieg man eh nicht gerechnet: „Tschüss Udo, war nett mit dir, danke, dass du ausgeholfen hast…“ 🙂 🙂 🙂

Immer noch erschöpft von der geistigen Rekapitulation kommt das Schlussdoppel leider etwas zu kurz, obwohl auch hier top-Ballwechsel standen, Rubinski-Kleben gefühlt non-Stop, Andi-Kleben, unfassbare Platzierungen im aktiven und passiven Spiel und Sicherheit und der Erfolg! 8:8, nachdem die Fachpresse uns schon totgeschrieben hatte und wohl auf Gastgeberseite berechtigt wohl schon der Schampus bzw. das Pils auf Eis gelegt worden war…

Es war die Reise wert bei den Ballwechseln, der Atmosphäre, danke an dieser Stelle für beides auch an die Gastgeber! und dann noch dem Spielverlauf… Der Autor hat so viel geklatscht, wie in den letzten 10-20 Jahren nicht mehr und das liegt nicht an dessen Ex-Klub, sondern an euch! Vielen Dank und super, super Leistung Jungs.

One Cloverleaf on the shirt…

ASV!

Korrektur von Falschdarstellungen sind natürlich immer akzeptiert.

Kiri

5 Responses to Unsere Erste bei Lb47

  1. karinpaule 18. April 2016 at 18:51 #

    sehr ausführlich,
    ein DICHTER!
    Man kann genau mitfühlen …

  2. Frank 18. April 2016 at 08:07 #

    Hey Kiri, super Du musst zur Zeitung, habe schön gelacht…

  3. Matthias 16. April 2016 at 14:17 #

    Hi Kiri,

    schön zusammengefasst – und auch nur ein bisschen übertrieben 😉

  4. Hendrik 16. April 2016 at 13:10 #

    Kiri geiler Artikel, als wenn ich dabei gewesen wäre
    Tolle Leistung an die 1., so packt ihr den Klassenerhalt
    Es lebe der ASV ! 🙂

  5. Wilko 16. April 2016 at 11:14 #

    Danke Kiri für deine lebhafte Beschreibung dieses Spiels. Toller Artikel und auch super Mannschaftsleistung! Herzlichen Glückwunsch und weiter so! Nicht unerwähnt bleiben sollte der Liveticker via Whatsapp, der einige teilhaben ließ an diesem Nervenkitzel! Teilweise mit Fotos, sogar ein doch sehr privates Video wurde dort geteilt…

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